Kiwanis Club Bremgarten/Reusstal

Nachtwächterführung

Nachtwächter

Bei leichtem Graupelschauer und Temperaturen um dem Gefrierpunkt trafen sich am 8. Dezember 2021 25  Kiwaner:innen zum ersten Partneranlass in diesem Corona- Jahr. Der Anlass startete bereits um 18.45 Uhr mit der Einführung des Stadtführer Jäger, der uns ab dem Pyramidenbrunnen mit nahm auf eine Zeitreise ins frühe Mittelalter. Pünktlich mit dem Glockenschlag auf 19.00 Uhr wurden wir beim Spittelturm in die Stadt gelassen. Nachdem der Nachtwächter (Ex- Stadtammann Robert Bamert) sich versichert hatte, dass sich unter den Eingelassenen keine Neugläubigen, Berner oder Zürcher befanden lud er uns ein, mit ihm einen nächtlichen Kontrollgang vorzunehmen. Zufiker- Gesindel wurde grosszügigerweise toleriert – aber wehe: wer sich nicht ordentlich benahm bekam die Hellebarde ab. Das Blut an der Waffe zeuge vom Einsatz am letzten Abend, versicherte der Nachtwächter!

Ausgerüstet mit Laternen folgten wir dem Signalhorn des Nachtwächters. Beim Fischbrunnen in der Marktgasse treffen wir auf die Fisch- Frau, welche sich über den Diebstahl ihrer Fische beklagte. Zugegeben, die paar Goldfische im Brunnen gaben ein trauriges Bild ab. In Zeiten von kleinen Rationen an Korn war der Fisch direkt aus der Reuss sehr begehrt. Begehrt leider auch unter Dieben, welche sich im Brunnen der Fisch- Frau bedienten.

Ausgerüstet mit dem letzten echten Feuereimer trafen wir zusammen mit dem Nachtwächter etwas weiter in der Marktgasse den Feuerschauer. Diese wurden eingesetzt, dafür zu sorgen, dass nicht durch Unachtsamkeiten der Bevölkerung wieder die halbe Stadt abbrannte, was bereits mehrmals vorkam. (Bremgarten hiess ursprünglich «Brenngarten» und schien seinem Namen alle Ehre zu machen). Der Feuerschauer beging mit uns die Backstube der Bäckerei Schwager, in welcher der Brotofen tatsächlich noch loderte. Entrüstet über den Fund liess der Feuerschauer allem Frust seiner Aufgabe freien Lauf – konnte aber mit frischen Broten aus dem Ofen wieder besänftigt werden. Diese Bestechung schien ein weit verbreitetes Mittel zu sein – der Spot des Nachtwächters war dem Feuerschauer gewiss, denn er erwischte uns Kiwaner:innen mit den leckeren Gebäcken.

Als schwarzen Schatten huschte der Fischdieb von der Marktgasse in das «Schissigässli», etwa mittig der Bärengasse. Mit eingezogenen Köpfen folgten wir den Nachtwächter in bislang unbekannte Gassen der Stadt und erfuhren viele Informationen über das Wirken von Personen aus niederen Schichten wie z.B. Abdecker, Henker oder eben – Nachtwächter.  

Am Brunnen beim heuten Rathaus konnte der Nachtwächter den Fischdieb stellen. Sowohl zurückgelassene Ausrüstung als auch das Diebesgut wurde an die Begleiter:innen des Nachtwächters verteilt. Die Begegnung mit der Wirt in der Schlossergasse zeigte und Besuchers auf, wir weit Korruption und Bestechung in der Stadt grassierte. Der zum Spot gemachte Wirt lud den Nachtwächter nach Anschluss des Rundganges ein, den Schlummertrunk an der Hintertüre des Wirtshauses abzuholen.

In einem Haus an der Metzgergasse lauschte der Nachtwächter mit uns dem Streit zwischen dem Fischdieb und dessen Weib, welche ihrem Gemahl ordentlich Dampf machte da dieser wieder ohne Essen zurückkam und die Kinder hungern mussten. Aus Mitleid mit dem armen Kerl (das Mitleid galt dabei dem Fischdieb selbst inmitten seiner familiären Situation) deponierten wir die gefundene Ausrüstung sowie den gestohlenen Fisch vor dessen Haustüre.

Das Aufeinandertreffen mit dem torkelnden Stadtoberhaupt beim Schlössli verlief nicht sehr freundlich. Der Nachtwächter nahm bei seiner Kritik kein Blatt vor den Mund und hielt dem Adel den Spiegel vor. Mit geringen Chancen auf Gehör.

Nach Besänftigung der Geister im Kornhaus erreichten wir die Bäder unterhalb der heutigen Stadtbibliothek. Baden sein jedoch sowas von ungesund und unnötig, das habe der Arzt dem Nachtwächter höchstpersönlich versichert. Aber die Hübscherinnen in den Bädern, nur gekleidet mit Perlenketten, die seien jedenfalls einen Blick durch den Spalt der Fensterläden wert. Heute sei der Blick aber wenig lohnenswert.

Wir erreichten nach einer Stunde wieder unseren Ausgangspunkt beim Spittelturm und verabschiedeten uns vom Nachtwächter und den 3 weiteren Personen der Stadtführung Bremgarten. Der Applaus zum Dank liess den Gefangenen im Spittelturm aufwachen, welcher sich nochmals lautstark über seinen Zustand beschwerte.

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